Studienreise in Montenegro

Montenegro, Nikšič PowerplantEine einmalige Gelegenheit hat sich dem Verein begehbar kürzlich geboten, als Mitte Juni die Anfrage eintraf, ob wir eine Gruppe Studenten während ihrer Studienreise in Montenegro begleiten würden. Gefragt waren Mihas Fahr- und Übersetzungskünste sowie meine Kenntnisse über Montenegro und Kontakte in der Region. Die Studenten und Studentinnen des Fachbereichs Tourismus an der Fachhochschule Chur hatten ein ambitiöses Programm ausgearbeitet, dessen Umsetzung Miha und ich mit etwas Sorge entgegen blickten. Schliesslich sind Montenegriner und Montenegrinerinnen nicht gerade bekannt für ihr Pünktlichkeit… Schliesslich hat dann aber alles wunderbar geklappt, dies obwohl nicht selten gleich mehrere Termine an einem Tag auf dem Programm standen. Die Studienreise in Montenegro wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis für uns alle.

Die von den Studenten und Studentinnen organisierten Kontakte und Begegnungen waren sehr vielseitig und gaben uns allen einen fantastischen Einblick in die Realitäten, Visionen und Pläne des neuen Staates. Immer lag der Fokus natürlich im Tourismus. So besuchten wir zum Beispiel das Ministerium für Tourismus und nachhaltige Entwicklung, die Lustica Bay (das derzeit wohl ambitiöseste Bauvorhaben an der Adria) sowie auch die Behörde des Nationalpark Durmitor. Dies nur einige wenige Beispiele des vielseitigen Programms.

Die ersten zwei Tage der Studienreise verbrachten wir in der Hauptstadt Podgorica. Diese kleine “Grossstadt”, die aus touristischer Sicht eher wenig zu bieten hat, erwies sich als gelungener Einstieg in die Erfahrung des Landes. Strahinja, ein Mann den ich vor mehr als zwei Jahren während meiner Wanderung kennen gelernt hatte, zeigte uns seine Stadt aus der Innenansicht. Die für uns spottbilligen Taxis wurden aus dieser Perspektive betrachtet zu Geldwäscherei Betrieben und die Kaffees, die wir täglich bestellten, erwiesen sich allesamt als überteuert. Jeder und jede in Montenegro versucht wann immer möglich 50 Cent raus zu schlagen. Kein Wunder bei den Gehälter von 300 bid 600 Euro.

Montenegro, KotorWeiter besuchten wir während der Woche die Küstenstädte Budva und Kotor. Während Budva in unseren Augen ein touristisch überloffenes Stadtmuseum ist, entzückte uns Kotor mit seiner atemberaubenden Lage und seinem unvergleichlichen Charme. Natürlich durfte hier ein Ausflug ins karstige Hochland und ein Besuch des Njegos Mausoleums nicht fehlen. Die Wanderung hinunter in die Stadt erwies sich als absolutes Muss, wenn man die Lage Kotors wirklich erfahren will.

Weiter führte uns die Reise zum bekannten Kloster Ostrog, welches zwischen Podgorica und Niksic auf malerischste Weise vor Hunderten von Jahren direkt in die steile Felswand gebaut wurde. Dort erzählte uns Jelena die Geschichten und Sagen, die sich rund ums Kloster ranken und wies uns darauf hin, welchen enormen Stellenwert das Kloster Ostrog in der montenegrinischen Gesellschaft hat.

Montenegro, ŽabljakDie letzten zwei Tage verbrachten wir schliesslich in Zabljak, dem Tor zum Nationalpark Durmitor. Der Ort hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem traditionellen Bergdorf in ein wucherndes Touristennest verwandelt. Zwar versucht man die regelmässig neu entstehenden Ferienhäuser in “traditionellem” Stil zu bauen, jedoch vermag diese Baukunst nicht zu verheimlichen, dass es sich hier doch um eine Geisterstadt handelt. Eine Geisterstadt die, sollte sich der Masterplan 2020, welcher uns von der Angestellten des lokalen Tourismus Büros vorgestellt wurde erfüllen, in den nächsten Jahren zum Leben erweckt sollte. Ein lustiger Zufall wollte es übrigens, dass unsere Unterkunft im Masterplan als typisch illegale Siedlung vermerkt wurde. Noch zufälliger schien es, dass genau an jenem Abend als wir dort übernachteten, hoher Besuch in Form einer Abgeordneten des Ministeriums für Tourismus und nachhaltiger Entwicklung eintraf und den Vermieter zu Rede und Antwort stellte. Eine unmögliche Aufgabe für ihn, war er doch nur Handwerker und Erbauer des Hauses. Der Besitzer und Vermieter lebt als Arzt in England. Über eine wunderschöne Strasse quer durch den Nationalpark Durmitor fuhren wir schliesslich zurück nach Podgorica

 

Miha und Roger möchten im Namen des Vereins begehbar den Studierenden sowie Professor Tobias Luthe, der uns während der Studienwoche begleitet hat, herzlich für diese einmalige Woche bedanken. Und wer weiss, vielleicht ergibt sich ja in Zukunft eine weitere Zusammenarbeit.

 

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