Der Tourismus ist dank seiner überdurchschnittlich hohen Wachstumsraten- trotz Krise und Rezession- in den letzten Jahren zum weltweit führenden Wirtschaftzweig avanciert. Dabei herrschen klar unfaire Wettbewerbspraktiken. Denn häufig bleibt nur ein Bruchteil dessen, was ein Gast dem Reiseunternehmen für seinen Urlaub bezahlt hat überhaupt im Reiseland und bei der dort ansässigen Bevölkerung. Es ist auch kein Geheimnis, dass der Toursimus nicht nur Arbeit schafft, sondern auch Arbeitsplätze vernichtet, gerade in traditionellen Erwerbszweigen. Schöne, unversehrte Landschaften und billige Abeitsplätze gelten als wertvolle Standortvorteile im Tourismus. Das zeigt, dass der Tourismus immer ein Stück weit auch von der Armut der Gastregion lebt.
Noch immer verbuchen die reichen Industrieländer rund zwei Drittel der weltweiten Einnahmen des internationalen Tourismus und nach wie vor dominieren eine Hand voll transnational operierender, integrierter Konzerne, die gleichzeitig Zugriff auf die Reisenden wie auch auf die Unterkünfte und Transport haben, das weltweite Tourismusgeschäft. Wir wollen mit unserem Verein dazu eine Alternative schaffen.
Unsere Reiseangebote sollen klaren Richtlinien des fairen Reisens entsprechen. Wir wollen den Begriff „Fairer Handel“ auch auf den Tourismus ausweiten, denn Menschen werden auch in Zukunft auf Reisen gehen. Gerade die Schweizer und Schweizerinnen gehören zu den reisefreundlichsten Menschen Europas. Kein Wunder gelten Schweizerinnen und Schweizer auch als reisegewandt.
Weltweit gesehen, gehört der Tourismus zu den stärkst wachsenden Wirtschaftszweigen. Deshalb erachten wir es als wichtig, gerade auch hier damit zu beginnen, einen Beitrag für ein friedlicheres Zusammenleben von Menschen zu schaffen. Reisen ist nicht nur ein Besichtigungs- und Anschauungserlebnis mit dem Resultat, am Ende der Reise mehrere Hundert Fotografien mehr auf dem Computer zu haben. Wir möchten Reisen zu einem ganzheitlichen Erlebnis machen, welches langwährende Erinnerungen zurück lässt.
So wollen wir die Reise-Erlebnisse unserer Gäste damit verknüpfen, dass der Toursimus einen Beitrag zur Überwindung der Armut leistet - soziale Gerechtigkeit, Umweltgerechtigkeit und die Beteiligung der Menschen in touristischen Zielgebieten sind die Voraussetzung davon. Damit verpflichten wir uns nicht ausschliesslich dem sogenannten Öko-Tourismus, denn wir wollen unsere Anliegen auch auf den sozialen Aspekt ausdehnen. Unser Ziel ist es, Begegnungen auf gleicher Augenhöhe zu erreichen. Weg von der Begegnung zwischen arm und reich, hin zu einer Begegnung zwischen Menschen.
Das Reisen hat als Ausdruck von Lebensstil und Form der Freizeitgestaltung in hiesigen Breitengraden eine enorme Bedeutung erlangt. Dabei vergessen wir manchmal, dass Tourismus und Reisen ein Privileg der Reichen ist. Für viele Menschen in den ärmeren Regionen Südosteuropas ein Ding der Unmöglichkeit. So ist dann auch der vielbeschworene Austausch zwischen Menschen, welcher durch den Tourismus gefördert werden soll, oftmals eine sehr einseitige Angelegenheit. Für die Mehrheit der Menschen aus Bosnien-Hercegowina ist die Schweiz nach wie vor ein Phantasieland. Gleich stark Klischee belastet wie die Vorstellungen der Schweizer und Schweizerinnen gegenüber Bosnien-Hercegowina. Wäre es nicht an der Zeit, dass wir dem Toursimus seine wahre Kraft zurück geben, indem wir versuchen für alle die Möglichkeit zu schaffen, damit ihren Horizont zu erweitern?
Doch Reisen erweitern den Horizont nur, wenn sich die Reisenden auf die Lokalbevölkerung und ihre Kultur auch einlassen und sich entsprechend vorbereiten. Wenn wir davon ausgehen, dass verschiedene Kulturen voneinander lernen können, dann sollten wir einen solchen Austausch auch ehrlich fördern.